Fertighaus, Quelle: massa haus/Flickr.com

Fertighaus, Quelle: massa haus/Flickr.com

Wer wünscht sich nicht ein eigenes Heim, dazu einen schönen Garten und das gute Gefühl, irgendwo zuhause zu sein? Leider hat das Bauen eines Hauses seinen stattlichen Preis. Architekten und Baufirmen wollen eben gut entlohnt werden. Da greift doch so manch einer, dessen Geldbeutel etwas kleiner bemessen ist, zum Fertighaus. Dieses besticht durch den Fixpreis, den der Hersteller garantiert. Zu dieser günstigen Summe kommt es, weil die einzelnen Teile alle aus einer Hand kommen, in der Halle vorproduziert werden und sich somit besser kontrollieren lassen. Zudem bedeutet dies laut Anbieter natürlich auch einen Pluspunkt in Sachen Qualitätsgarantie. Und auch energetisch haben Fertighäuser so einiges in petto: da sie fast immer aus Holz bestehen, welches gut isoliert werden kann, entsprechen sie den meisten Bauvorschriften.

Das klassische Fertighaus gibt es jedoch kaum mehr. Es wird eigentlich als „Typenhaus“ bezeichnet, denn bei dieser Bauvariante kann der Kunde nur den Typ des Hauses wählen – nicht mehr, und nicht weniger. Die Bezeichnung Fertighaus steht mittlerweile sogar immer mehr für Individualismus, denn der größte Teil wird nach Kundenwunsch gebaut. Dadurch entstehen jedoch wieder Mehrkosten, welche den Preis eines Fertighauses enorm dicht an den eines „normalen“ Hauses treiben. Sogar Designer-Fertighäuser gibt es jetzt schon. Der berühmte Architekt und Künstler Daniel Libeskind hat als erster den Schritt gewagt und ein Fertighaus entworfen. Dies ist nicht im geringsten spießig oder kleinbürgerlich, ganz im Gegenteil: es erinnert an die Formen des jüdischen Museums zu Berlin. Mit seinen scharfen Kanten, zersplitterten Formen und zudem umweltfreundlichen Material ist es ein Vorreiter auf dem Markt der individuellen Fertighäuser. Doch das ganze hat natürlich auch einen stattlichen Preis: 2,2 Millionen Euro müssen Bauinteressierte dafür blechen, künftig auf den 515 Quadratmetern verweilen zu können. Hinzu kommen natürlich noch Grundstücks- und Erschließungskosten. Spätestens da ist es dann vorbei mit der „günstigen Bauvariante Fertighaus“.